Piratenjagd

Vorwort:

Als man Jack Rapier mit dem Auftrag betraut, eine Piratin im gefährlichen Raum der Parunier Echsenwesen zu suchen, da wollte er bereits ablehnen. Aber wenn er und seine Mannschaft erfolglos ist, werden sich die Echsen vielleicht sogar über seine Heimatwelt Terra hermachen und alle Humanoiden rösten. Schließlich waren diese Wesen Fleischfresser.

So muss Jack Rapier mit seiner Mannschaft durch den gefährlichen Raum der Parunier und eine auf Krawall und Mord spezialisierte Piratin zur Strecke bringen.

Er darf dabei nicht versagen. Schließlich kann das Leben der Menschheit daran hängen.

Einige Personen:
Jack Rapier Kommandant einer Jagdschwadron
Jasmine Juno Majorin und Stellvertreterin
Julia Biehler Kampfleiterin
Jannek Extralug Steuermann
Joergenson Kommunikation
Die Bösen
Huni Halfli Piratenanführerin der Sektora
Hasso Kahl Stv Anführer
Minzi Hulowar Truppführerin
Millbia Utz Funkerin
Einige Rassen
Parunier Echsenartige Wesen
Sektor 39 – 43  mit ca. 150 Mrd Bewohner
Telerianern Kämpfende Humanoiden 2,5 m groß
Ohrgaramethophtos Oger zum Fressen, gut 4 Meter groß und sehr massig
Glaubenssucher Missionare in Space

 

Jack Rapier stand an der Aussichtsplattform der Neutra, einem kampferprobten Kreuzer der Trillobit Klasse. Diese Kreuzer waren aus den Erfahrungen mit den erfolgreichen alten Kriegsraumschiffen entstanden, brauchten aber deutlich weniger Personal. Die Bewaffnung war dafür immer noch außergewöhnlich. Außerdem führte die Neutra eine Reihe stark bewaffneter Jäger mit.

Mit seinen 45 Mann war er auf Patrouille im Sektor 41 des Paruinen Sternenhaufens. Ein riesiges Gebiet mit vielen neu entstandenen Sternen. Hier hatten sich die Parunier angesiedelt, intelligente echsenartige Wesen, gut drei Meter hoch mit zwei Beinpaaren und zwei Armpaaren.

Die Parunier beherrschten die Sektoren 39 bis 43. Diese Echsenwesen waren vor allem Eroberer, Krieger und mutige Draufgänger. Sie waren sehr leicht reizbar und unglaublich aggressiv. Außerdem waren die Parunier Carnivoren, also Fleischfresser und lebten in der Regel von gerösteten Humanoiden, die sie in ihren Regionen fingen und aßen.

Die Humanoiden waren hier in dem Gebiet nicht willkommen und sofern sie in kleinen Gruppen auftraten, waren sie vor allem eines:

Essbare Beute.

Daher hielten sich hier nur die Humanoiden auf, die kämpfen konnten und vor ein paar Echsen nicht davonliefen, oder Unvorsichtige, die sich nicht vorstellen konnten, dass es Fremde gab, die Humanoide wie eine Art Meerschweinchen ansahen und sie vor allem geröstet aßen.

Die Humanoiden waren eben alle Wesen, die ein menschliches oder menschen­ähnliches Erscheinungsbild aufweisen.

Der Auftrag

Jack Rapier und seine Mannschaft hatten den Auftrag vom Zentralgehirn auf Terra erhalten, Jagd auf die Piratenmannschaft der Sektora zu machen. Das war einer der Kill aufträge, d.h. wenn man die Mannschaft nicht gefangen nehmen konnte, dann waren alle Gewaltmittel erlaubt.

Die Sektora der Piraten war eine gekaperte Korvette mit einer brutalen Piratenmannschaft, unter der Leitung der gefürchteten Huni Halfli.

Huni war bekanntgeworden durch den Raub einer Telerianer Korvette, kleinen, schnellen, sehr stark bewaffneten Raumschiffen, die allerdings wenig Panzerung und kaum Schilde hatten.

Was bei dem Raub das Besondere war, Huni hatte die Korvette den Telerianern geraubt. Die Telerianer waren bekannt davor brutal vorzugehen bis zum Ende. Wenn man aber den Kommandanten erledigt hatte, dann gaben sie sich geschlagen und sprengten sich als Kollektiv in die Luft. So war Huni an eine Korvette gekommen, denn es war ihr gelungen den Kommandanten mit einer Rowdy Crew auf einen kleinen Mond zu locken und dort zu töten, worauf die ganze restliche Mannschaft nachkam zur rituellen Selbstaufgabe.

In den Ersten zwei Jahre versuchten die Telerianer noch, von Huni die Korvette wieder zurückzuerhalten, mussten aber erkennen, dass Huni und ihre Mannschaft kampfstark und gerissen genug war, um genau das zu verhindern.

Darauf schickten die Talarianer mehrere Kampfstaffeln auf die Suche nach Huni, die aber alle versagten und erfolglos zurückkehren mussten, oder gleich vernichtet wurden, denn Huni hatte ein Gefühl dafür, wie man andere Rassen für sich einspannen konnte.

Als die dritte Staffel auch versagte, da entschlossen sich die Telerianer, eine Meldung beim Zentralgehin auf Terra einzureichen und damit wurden die Space Marshalls mit der Aufgabe betreut die Piratin zu suchen und dingfest zu machen.

Da sich keine der kleinen Mannschaften der Space Marshalls mehr in den Parunier Raum getraute, wurde schließlich Kommander Jack Rapier mit seiner Mannschaft beauftragt, diesen Einsatz zu übernehmen. Jack war einer der wenigen Space Marshalls, die sich im Parunier Raum behaupten konnten und dies bereits mehrfach bewiesen hatten.

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Jack Rapier hatte sich bei den Parunier einen Ruf erarbeitet, er galt dort als knallhart, fair, gerissen und gnadenlos. Seine Mannschaft war ebenso bekannt und die Parunier wussten, wenn Jack Rapier und die Neutra kamen, dann gab es Probleme.

Die Parunier wussten aber auch, dass man mit ihm gute Geschäfte machen konnte und dass er als absolut unbestechlich galt. Genauso wie sich die Parunier edle Raumfahrer vorstellten, angstlos, ehrbar und unbestechlich wie sie selbst.

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„Jasemine, was will der kleine Parunier Angriffsraumer?“
„Kommandant, ich glaube, der kennt uns noch nicht und will billiges Menschenfleisch für die Rösterei haben.“

„Na, dem werden wir mal kräftig in die Suppe spucken. Gefechtsalarm, feindliches Schiff in Abfangkurs. Schilde hoch und macht auch die Protonenkanonen im Heck feuerbereit, ich will nicht von hinten überrascht werden. Das machen die Parunier sehr gerne.“

Die Mannschaft hatte die Neutra binnen Minuten kampfbereit und der Parunier eröffnete das Feuer.
„Abwarten, die Schilde halten das gut aus, ich warte auf den zweiten Angreifer.“

Wie auf Kommando sprang ein deutlich größerer Raumer aus dem Subspace genau hinter die Neutra und begann sofort zu schießen.

„Alle Waffen frei!“ Befahl Jack und der hintere Raumer verging nach wenigen Volltreffern mit der starken Protonenkanone in einem hellen Feuerball. Der vordere Parunier Angreifer erkannte seinen Fehler, wollte gerade noch die Triebwerke hochfahren, da traf auch ihn eine Breitseite der Neutra, und das Schiff verglühte in einer kleinen künstlichen Sonne.

„Humanoidenschiff nicht mehr feuern, wir kommen mit unserem Schiff Längsseite.“ Kam ein starker Funkspruch.

An Bord der Neutra waren die Schilde noch immer hochgespannt und alle Waffen bereit, da sprang ein Familienschiff der Parunier aus dem Subspace. Es war riesengroß, gut fünfzehnmal so groß wie die Neutra, mit reichlich, aber mit deutlich schwächeren Waffen bestückt. Da die Parunier ihr Leben vor allem im All verbrachten, hatten sie riesige Raumschiffe gebaut, die gut bewaffnet waren und völlig autark agieren konnten. Diese Schiffe waren fliegende Städte und sie traten eigentlich immer in Scharen auf. Dieses Schiff aber war deutlich größer, es war eines der übergroßen Familienschiffe. Die waren noch größer, als die anderen es schon waren.

„Humanoidenschiff, bist du das Schiff der Federales auf Terra, die das andere Humanoidenschiff vernichten soll?“

„Das ist fast richtig. Wir werden es erst suchen, finden und wenn sie sich nicht ergeben werden sie vernichtet. Unser Zentralgehirn hat sonst keine anderen Befehle. Wer sind Sie und weshalb greifen Sie uns an?“

„Das ist unser Raum, es ist Tradition zuerst einen Fremden auf seine Stärke zu testen.“

„Das Testen von uns hat euch aber zwei gute Schiffe mitsamt Mannschaft gekostet.“

„Mannschaften sind entbehrlich, Schiffe nicht. Die beiden Kapitäne würden bestraft werden, aber das ist durch dich bereits geschehen. Schade eigentlich nur um die Schiffe.“

„Was wissen Sie von dem anderen Humanoidenschiff, haben Sie Spuren für uns?“

„Ja Humanoide, das Schiff ist zuletzt im Sektor 23 aufgetreten, dort sind Mineralvorkommen. Sucht sie und findet sie, wir erheben allerdings Anspruch auf die Körper. Die werden zur Humanoidenrösterei gebracht auf Elabn 13.“

„Wir müssen das Schiff erst finden. Danke wir fliegen weiter.“ Der Kommandant macht ein Zeichen und die Funkverbindung wurde getrennt.

„Vorsicht, lasst die Heckschutzschirme und besonders die Schutzschirme um den Reaktor bestehen und haltet die Heckwaffen bereit. Julia halten Sie ein Auge auf die Waffen.

Die Parunier haben bereits früher versucht, Schiffe auch nachträglich zu kapern. Wenn die schießen, dann feuern wir auf diese Anlegerbucht für deren Jäger. Das wird hoffentlich ein paar Jäger treffen und die Hangars blockieren. Sicher ist sicher.“

Julia Biehler, der Waffenoffizier saß an ihrer Waffenstation, von allen nur „die Feuerorgel“ genannt und ließ kein Auge von den Kontrollen.

Die Neutra gab Energie auf die Triebwerke und tatsächlich drehte sich das riesige Schiff der Parunier mit. Als man auf der Neutra beschleunigte, schossen die Parunier eine Salve auf den Reaktor, aber die Schutzschirme hielten die Treffer aus.

„Feuer!, eine Salve, mehr nicht.“ Rief der Kommandant und Julias Kanonen schossen auf die beiden Anlegerbuchten und einige Folgeexplosionen waren aus dem Familienschiff zu sehen. Einige kleinere Raumgleiter waren getroffen und explodiert. Die Feuer der Explosionen fraßen sich durch die Anlegerbuchten.

Jetzt beschleunigte die Neutra und das Familienschiff blieb zurück. Der Kommandant der Parunier hatte die Lektion hoffentlich gelernt und verstanden.

**

Zwei Tage später kreuzte die Neutra im Sektor 30 und scannte den Bereich nach und nach ab. Nach 12 Stunden hatten sie einen Mercantman, ein Händlerschiff gefunden, das offenbar bewegungslos im All trieb.„Alle Sensoren auf volle Leistung, Focuswache an Deck, Abfangjäger bemannen und losschicken zur Rundumsicherung, laden Sie die Schutzschirme.“

„Kommandant, ich erhalte merkwürdige Meldungen von der Besatzung.“

„Was sagen die Sensoren Joergenson?“

Joergenson, der Kommunikationsoffizier überflog die Anzeigen. „Der Mercantman hat acht Decks oder Sektoren. Die Brücke ist unbesetzt, alle Lebensformen zeigen sich in den Decks fünf und sechs, der Reaktor in Deck sieben ist aktiv und produziert genug Leistung, um das Schiff einsatzklar zu halten. Alle anderen Decks scheinen aber auch menschenleer zu sein.“

„Wie viele humanoiden Lebenszeichen zählen Sie und sind die Humanoiden Anzeigen klar oder verschwommen?“

„150 Leben. Sie sind hmmm eher verschwommen, so, als wären die ab und zu sehen oder unsere Sensoren hätten Fehler um …“

„Alarm!“ Schrie der Kommandant.

„Alle Jäger sofort zurück, das ist eine Piratenfalle, Jannek bringen Sie uns hier weg, alles sammeln und weg von hier.“

Jannek Extralug, der Steuermann der Neutra hieb auf die Kontrollen ein und brachte die Neutra aus der Gefahrenzone.

„Kommandant?“ Fragte Jasemine nach, „was geht da vorne vor?“

Die Neutra entfernte sich schnell von dem Merchantman und blieb auf Abstand. Die Jäger der Neutra flogen Absicherung und scannten weiträumig nach allem ungewöhnlichen.

„Sind die Schirme schon oben?“„Ja Kommandant.“

„Hersehen, das da vorne ist eine der grässlichsten Piratenfallen, die ich kenne. Die Piraten wollten nur den Tresor, der ist bei diesen Schiffen aber am Reaktor in Deck sieben angebracht und deswegen haben die Piraten die ganze Außenwandung des Reaktors abgeschnitten. Der strahlt jetzt ungeschützt.

Die Besatzung ist in den beiden Decks fünf und sechs und bereits seit Tagen oder Wochen der Strahlung ausgesetzt, die sind längst unheilbar verstrahlt. Vermutlich sind die sogar schon längst verstorben. Der Kapitän und die Offiziere sind garantiert schon tot, sonst hätten die Piraten den Tresor so auf bekommen.“

Der Kommandant prüfte seine Messgeräte. „Julia, zielen Sie auf diesen Punkt, den ich ihnen zuweise und schießen Sie genau da ein Loch in die Außenhülle. Energiezentrale:  Alle Kraft auf die Schutzschilde ich erwarte harte radioaktive Strahlung.

„Energiezentrale klar, Schirme stehen, Kommandant.“

„Feuer frei Julia!“ Ein kleiner Feuerblitz raste auf den Mercantman zu und am oberen Ende, zwischen Deck fünf und Deck sechs explodierte einer der Aufbauten.

Im gleichen Moment ging der Strahlungsalarm an und zeigte, dass der Mercantman eine tödliche Strahlung Radioaktivität abgab. „Scannen Sie jetzt noch Leben auf dem Schiff?“„Nein Kommandant. Alles Leben ist erloschen. Das muss schon vorher … ich meine …die da drüben müssten bereits alle tot sein.“

„Richtig Joergenson, die armen Menschen wurden als Strahlungsfalle missbraucht, ohne es zu ahnen. Sicherlich sind sie jämmerlich gestorben und keine wusste genau weshalb. Piraten machen sowas, um den Parunier eine leichte Beute vorzugaukeln. Wenn die dann das andere Schiff plündern, verstrahlen sie sich vollkommen und der Angriffsraumer wird auch verstrahlt.

Sollten sie dennoch die Lebewesen mitnehmen, dann wird es noch grausamer. Oft genug sind auch noch Termalmienen am Reaktor versteckt, wenn die hochgehen, dann war es das mit den Parunier. Haben wir schon die Daten des Raumschiffes, wir müssen das melden.“

„Diese Schweine!“ Rief Jasemine.

„Torpedowache, laden Sie Quadrilliumtorpedo in Schacht eins.“„Bereit Kommandant.“„Wie weit sind wir weg?“„270 Tausend Meilen.“„Das reicht, Torpedo los.“

Der Torpedo raste wie ein kleines Licht auf das entfernte Schiff zu, schlug ein und verwandelte es in eine neue Sonne.„Haben das alle gesehen, Das war eine fiese Piratenfalle, die Humanoidenjäger würden ebenso getötet werden wie andere. Also melden Sie die Position dem Zentralgehirn und nun weiter auf Suche.“

**

Die unglaubliche Größe des Weltraums wurde bei solchen Suchaktionen wieder für alle sichtbar. Es dauerte fast 11 Stunden, bis der nächste Kontakt in die Sensorreichweite kam. Beim Scannen wurde klar, dass sich vor der Neutra ein Drama abspielte. Ein Parunier Kaperschiff, etwa ein Drittel so groß wie ein Familienschiff hatte ein kleineres, kaum bewaffnetes Raumschiff abgefangen und offenbar bereits besiegt.

Als die Neutra dazukam, legte das Kaperschiff gerade ab und beschleunigte. „Rettungsmannschaft klarmachen, alle Mann auf die Kampfstationen, Waffen hochfahren, die kommen vielleicht wieder.“

„Rettungsmannschaft klar zum Übersetzen““OK passt auf, ich denke, ihr werdet keine Menschen mehr finden, dennoch versucht herauszufinden, wer und wie viele es waren.“

Während die Scanner der Neutra den Sektor absuchten, suchten an Bord des gekaperten Raumschiffs die Suchmannschaft nach überlebenden und dem Personalverzeichnis.„Kommandant, wir haben die Daten aus dem Bordcomputer, aber keinen einzigen Überlebenden. Das war ein Raumschiff der Glaubenssucher.

Offenbar wollten die diesen Sektor bekehren, nun sind sie alle Futter, wir kommen zurück.“ Kam vom Kommandoführer.

„Glaubenssucher. Die müssen über einen starken Glauben verfügen, wenn die in unbekannte Sektoren aufbrechen und diesen zu bekehren suchen. Dabei müsste es sich doch auch auf Terra herumgesprochen haben, dass hier die Parunier leben, die Humanoidenfleisch sehr schätzen.“Als das Außenteam wieder an Bord war, stand auch fest, dass es 800 Menschen an Bord des Schiffes waren, die von den Echsen gefangen genommen wurden.

„Was geschieht mit den Menschen?“„Die werden zur Humanoidenrösterei gebracht und dort geschlachtet und anschließend geröstet. Das klingt bestialisch, aber hier sind die Regeln eben so. Die Parunier sind nun mal Fleischfresser und alle Humanoiden, ob Mensch oder nicht, sind hier eine erklärte Nahrung. Außerdem ist Elabn 13 genau vor deren Haustüre.

„Die können doch nicht 800 Menschen schlachten und rösten?“

„Soweit ich informiert bin, ist dieser Planet, Elabn 13 einer der drei Röstereien der Parunier. Die haben einen Tagesdurchsatz von über vierhundert Millionen Humanoiden. Das sind ja beileibe nicht alles Menschen, aber alles Humanoiden.“

„Das ist ja entsetzlich, vierhundert Millionen Menschen.“

Joergenson wiederholte „Nein – nicht unbedingt Menschen. Die Humanoiden sind alle Wesen, die ein menschliches oder menschen­ähnliches Erscheinungsbild aufweisen.“

„Andere Welten andere Grundsätze, gewöhne dich daran Jasemine. Außerdem sind die wenigsten davon Menschen.“„Woher weisst du das alles, ich meine mit dem Röstplaneten und all dem?“

„Ich habe vor einigen Jahren drei höchstgefährliche Verbrecher hierher überstellt. Die hatten sich mit den Paruniern angelegt und wurden vom Zentralgehirn für schuldig befunden und überstellt auf den Röstplaneten. Das war alles andere als einfach für mich, ich kannte das ja auch noch nicht. Aber im Grunde war das wie in einem Schlachthaus mit angehängter Rösterei.“

„Was wurde aus den Verbrechern. Wurden die hingerichtet oder was geschah mit denen?“„Ich musste da bleiben, bis die geschlachtet und aufgespießt in die Röstkammer kamen, erst dann bekam ich dir Bestätigung, dass die nicht mehr lebten. Da sah ich erstmals, was die alles machen, um eine so riesige Menge an Wesen zu ernähren. Da geht nichts verloren.“

„Wie viele Parunier werden denn davon ernährt? Der ganze Sektor gehört ja denen.“

„Nein, das ist wesentlich mehr, das sind die Sektoren 39 bis 43, das ist ein riesiger Bereich und ich schätze, das sind über 30 Milliarden pro Sektor und alle müssen ernährt werden.“„Einhundertfünfzig Milliarden müssen versorgt werden, das ist schon eine Menge. Kein Wunder, dass die so richtig Jagd auf Humanoiden in ihrem Raumgebiet machen.„Klar, früher gab es auf Terra auch Schlachthäuser für Tiere aller Art und auch die hatten enorme Tagesraten zu erfüllen, das ist hier noch viel größer.

Wir können nur froh sein, dass wir erst so spät auf die Parunier getroffen sind, stellt euch vor die wären bei uns gelandet zu Zeiten der Indianer.“„Die hätten den ganzen Planeten leergemacht.“„Genau, so in der Art. Angeblich gibt es in jedem der Sektoren solche Ernteplaneten, auf denen die Humanoiden gehalten werden, um dann geröstet zu werden, aber ich habe noch keinen gesehen.“

„Ja, aber es gibt sie, einer meiner Bekannten beim Sicherheitsministerium hat mir einiges verraten, Regionen, die ich meiden sollte und ich nehme ihn beim Wort.“

„Kommandant, hier kommen neue Meldungen rein von Humanoiden Piraten.“ Sagte Joergenson.Gib uns die Koordinaten auf das Display.“Auf der Brücke der Neutra flammte ein kugelförmige Darstellungs Display auf. In der Mitte befand sich die Neutra und die näheren Gebiete waren dargestellt. Die Reichweite betrug fast einen halben Sektor.

„Da oben im Bereich Blau 21 wurden die Piraten vor 12 Stunden gemeldet. Die müssten noch da in der Region sein.“„Alles klar für einen Sprung durch den Subspace, Ziel ist Melan 34 im Bereich Blau 21.“

„Kommandant?“ Fragte Jasemine Jack, „Wieso haben die Parunier dich und deine Mannschaft damals nicht gleich mit da behalten und auch geschlachtet?“

„Die Neutra hatte damals bereits ihren Ruf bei den Parunier. Die hatten früher schon gegen mich gekämpft und verloren. Bei der Gefangenen Übergabe hatte mich einer der jüngeren Prinzen mit seinem Kreuzer angegriffen und ich habe sein Raumschiff besiegt und zerstört. Es war ein harter aber ehrenhafter Sieg. Sowas vergessen die Parunier nicht. Seither gelte ich bei denen als gleichwertiger ehrbarer Krieger.“

Die Neutra startete ihre Triebwerke, beschleunigte und verschwand im Subspace … um kurz danach im Bereich Blau 21 wieder aufzutauchen. Alle Scanner liefen und die Schutzschirme waren wie immer voll aufgeladen und aufgebaut.

Vor ihnen hing ein Frachter im Raum, der offenbar aufgebracht worden war. Der Antrieb hatte mehrere Treffer abbekommen und war ausgefallen. Eine der Andockkammern war zerstört und die Notfallschleuse stand offen. In dem Schiff hatte es demnach eine Dekompression gegeben.

„Alarmstufe 3, Waffen hochfahren, Schilde hoch. Jäger bemannen und auf Patrouille um das Schiff senden, Sensorik was sagen die Daten?“„Sensorik hier, kein Leben an Bord, Reaktor ist abgekühlt keine Energie in den Schilden, das Schiff ist geplündert und leer. Sensordaten weisen auf Beschuß mit Disruptoren der Klasse 3 hin, also demnach Terra-Waffen. Die Zielgenauigkeit deutet auf Piraten, Sir.“

„Sehr schön Sensorik, da schicken wir kein Team rüber, schicken sie eine Drohne vom Typ IV los, die soll sich umsehen.“Während die Drohne Aufnahmen aus dem Schiff übertrug, suchten die Jäger die Region um die Neutra ab und alle Sensoren waren auf Empfang.

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Die Jäger der Neutra suchten ein größeres Gebiet ab, hier musste man aufpassen und jederzeit bereit sein auf Neues zu reagieren.

Das wusste auch Jagdpilot Vargas, der Pilot eines der Raumjäger. Er war ein sehr guter Pilot der Klasse IV konnte also auch die hochgerüsteten Jäger auf Terra fliegen und war hier einer der beiden Jagdanführer an Bord der Neutra.

Plötzlich schlug bei ihm der Alarm an und die Sensoren gaben Alarm.

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„Kontakt auf 11 Uhr, kleines Schiff, vermutlich Futtersucher, empfehle Alarmaktionen!“ Plärrte der Bordcomputer. Gerade als der Pilot abdrehen wollte, sprangen drei größere Schiff aus dem Subspace und eröffneten das Feuer auf den kleinen Raumjäger.

Die Schutzschirme verkrafteten noch die ersten beiden Treffer der Parunier, aber nach dem dritten Schuss versagten die Schutzschirme und das Triebwerk des kleinen Jägers wurde zerstört.

Der kleine Jäger war kampfunfähig. Vargas, der Pilot, erkannte, dass ihm Unheil drohte, und schluckte schnell die bereits früher ausgeteilte Vargenius Kapsel. Diese kleinen pillengroßen Kapseln enthielten einen Transponder mit Aufzeichnungsgerät und er würde für vier Woche alles aufzeichnen, und über einen verschlüsselten Kanal an die Neutra übertragen.

Außerdem bestand die Kapsel aus Nanopartikeln, von denen man sich Hilfe und Heilung erhoffen konnte. Hoffnung vor dem, was jetzt kommen würde.

Kurz danach wurde der bewegungsunfähige Jäger in einen Hangar eines der Schiffe gezogen und das Hangartorschloss sich wieder. Den Sprung in den Subspace konnte Vargas noch genau mitbekommen. Jetzt war er gefangen, das wusste Vargas.

Längst hatte er seine beiden Handlaser entsichert und er würde seine Haut so teuer verkaufen wie nur möglich.

Aus den Schleusen liefen zwei Gruppen Echsenwesen auf den Jäger und auf Vargas zu, er eröffnete das Feuer auf die angreifenden Parunier. Drei konnte er noch besiegen, dann traf ihn ein harter Schlag und er ging zu Boden.

Als er wieder zu sich kam, standen die Parunier über ihm, er war sediert und die Parunier drehten ihn auf den Bauch. Sein Kopf wurde nach vorne gestreckt, so dass das Genick freikam. Danach schlugen sie Vargas einen sogenannten „Befreiungskeil“ in das Genick.

Der Befreiungskeil hatte zwar Keilform, bestand aus hartem, porösem Metall, in dem ein Parasit lebte, der die Nervenbahnen angriff und das Lebewesen, dem er eingeschlagen wurde, seines freien Willen beraubte.

So würde es auch Vargas ergehen. Ab diesem Moment hatte Vargas keinen freien Willen mehr und sah alles nur noch milchig. Der sogenannte Befreiungskeil hatte angefangen die Nerven zu beeinflussen.

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„Kommandant, Jäger acht meldet sich nicht mehr, Vargas fehlt. Zuletzt war er im Raum achtern eingesetzt. Wir vergleichen gerade die automatische Spuraufzeichnung seines Schiffes im Hauptrechner.“

„Scheibenkleister, den wird sich doch kein Parunier Ernteteam gekrallt haben.“ Sagte Jannek Extralug zu Joergenson, als der Kommandant dazukam.

„Was zeigen die Daten?“„Nach Auswertung der automatischen Aufzeichnung endet die Datenspur hier. Da gab es Kontakt mit fremden Raumschiffen und die Waffen wurden eingesetzt, dann endet die Aufzeichnung genau hier.“

„Das sieht ganz nach einem Standard Abfang Manöver aus. Die haben unseren Mann und wir sehen den eher nicht mehr lebendig.

Ich hoffe nur, dass er noch Zeit hatte, die Vargenius Kapsel einzunehmen, dann haben wir zumindest die Chance seine Spur nachzuverfolgen.“„Kommandant, es laufen neue Spurdaten des gesuchten Piratenschiffes ein. Blau 18 lautet die letzte Peilung eines Ernteschiffes.“

Kam aus der Steuerung von Jannek.„Kurs auf diese Daten setzen, geben Sie mir die Daten zur Ansicht Jannek.“

„Die Daten sind im Display Kommandant.“„Jasemine, was haben wir alles im Sektor Blau 18 in unserer Datenbank?“

„Jack, da sind viele Erzwelten, ein paar Hundert besiedelte Welten mit Humanoiden aller Arten, darunter auch zwei der gesperrten Welten, OG-213 und OG -214. Was sind das für Welten?“

„Die gehören zu den für uns gesperrten Welten, dort leben Ohrgaramethophtos, ja ich glaube so heißen die riesigen Humanoiden, wir nennen sie einfach Oger.“„Oger so wie diese riesigen Fleischmonster von einem Humanoiden, mit viel Speck und Muskeln und wenig Hirn?“

„Genau diese Humanoiden, zum Glück für uns gibt es solche Welten, dort züchten die Parunier ihr Essen und ernten die Planeten regelmäßig ab. Diesen Ogern möchtest du nicht gerne begegnen, die erfüllen die Beschreibung von menschenfressenden Riesen am ehesten.

Die Parunier freuen sich aber immer über einen saftigen Oger am Grill und solange das so ist, solange suchen sie keine neuen Jagdgründe.“„Ah ja doch und was machen die Piraten dann dort?“„Keinen Plan, Jasemine, ich hoffe nur, dass die nicht versuchen diese Ogerwelten zu zerstören, denn dann brauchen die Parunier bald neues Futter und ein einziges Piratenschiff mit knapp 100 Mann ist nur ein Happs gegen einen ganzen Planeten mit Menschen. Du verstehst?“„Ja, ich hoffe auch, dass diese Piraten nicht genau das versuchen, das wäre doppelt schlecht.“

„Kommandant, wir nähern uns dem Gebiet von OG-213, Kommandant ich scanne keine Verteidigungssatelliten im Orbit. Die Parunier lassen solch wichtige Planeten doch niemals ohne direkten Schutz.“

„Genau, Alarm für alle, Schilde hoch, ich vermute hier kreuzt mindestens ein Schlachtschiff der Parunier und scannt den ganzen Sektor, gegen solch ein Monster haben auch wir keine Chance. Maschinenraum, machen sie zwei Relaissonden bereit, kann sein, dass wir etwas erfinderisch sein müssen.“„Schirme sind oben, alle Waffen bereit“ kam es von der Feuerorgel.„Zwei Relaissonden bereit Laurin 1 und Laurin 2 startklar Kommandant.“

„Sehr gut da hinter den kleinen roten Mond bei starten wir die erste Sonde.“„Verstanden und die zweite würde ich bei dem Trümmerfest da vorne platzieren, erstmal auf einem der großen Brocken landen und abwarten.“„Machen Sie es so, Julia.“„Steuermann, legen sie einen Notsprungkurs fest, im Notfall springen wir zurück auf diese Korrdinaten, nahe dem verstrahlten Mercantman. Das muss dann aber der absolute Notsprung sein.“

„Koordinaten eingegeben, wir haben zwei Ladebänke mit Sprungenergie darauf reserviert und voll geladen, Kommandant.“ Gab Jannek Extralug bekannt und die Neutra flog in den Bereich um OG-213 ein.

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Piraten

Huni Halfi, Kapitän der Piratenkorvette Sektora und Hasso Halh, ihr Stellvertreter und 1. Offizier saßen vor der Kontrolltafel in der gekaperten Korvette und planten das weitere Vorgehen. Die Sektora war eine Korvette der Telerianer, humanoide Wesen die gut zwei Köpfe größer als Menschen waren.

Daher hatte die Sektora deutlich mehr Platz, als man brauchte und war ideal als Piratenraumschiff.

„Minzi und Millbia, herkommen!“ Ordnete Huni an und Minzi, die Truppführerin der Plünderungsgruppe sowie Millbia der Kommunikationsoffizier kamen hinzu.

„Wir müssen uns entscheiden, wohin wir ziehen und wie wir weiter vorgehen. Die Parunier sind bereits in Aufregung wegen uns und das würde ich gerne ausnutzen ohne zuviel Aufregung, ihr wisst ja, wenn die mit einer Schlachtflotte anfangen uns zu jagen, dann wars das für uns alle.“
„Kapiert.“
Sagte Millbia, „wie würden die Echsen reagieren, wenn wir einen der Brat- und Röstplaneten angreifen?“

„Du bist noch recht neu bei uns, das kommt nicht in Frage, bei jedem der Röstplaneten stehen mindestens vier Schlachtkreuzer mit voller Begleitflotte und machen jeden platt, der unangemeldet solch einen wichtigen Planeten angreift, die haben nur eine Handvoll von denen.“
„Und wenn wir eines der größeren Beuteschiffe in eine Falle locken und festsetzen, dann würden sie die Begleitschiffe losschicken. In der Zeit könnten wir das Beuteschiff ausrauben und zerstören, das gäbe doch Aufregung.“

„Sicherlich, wir bräuchten aber

A) ein Gebiet in dem wir den Sammler festsetzen könnten und

B) eine Region, wo sich gerade keine Flotte der Reptilien herumtreibt und die Viecher sind recht rührig, seit wir ihnen auf den Schwanz getreten sind.“

Grummelte Minzi. „Vorschläge?“

Und Huni zeigte auf die Navigationsansicht.„Wir kommen von hier, haben da das Schiff gekapert und genau hier den Mercantman überfallen und gebrandschatzt. Die Suchen uns also eher in dieser Region. Demnach würde ich den Sektor Rot 2 ansteuern, der ist von den Blauen am weitesten weg und kaum zu durchqueren ohne haargenaue Karten.

Und gute Karten haben die Ranger auf Terra bestimmt nicht von diesem Gebiet. Abgesehen davon trauen die sich nicht so einfach in dieses Gebiet.“

„Es sei denn, die haben Kommandant … „ Sinnierte Huni, da wurde sie unterbrochen. „Huni, der Plan hat tatsächlich etwas.“ Bestätigte Hasso.

„Hier haben wir die Asteoridenfelder Delbora und Quandt, die sind ideal, dann haben wir den fetten Quasar der die Flunkerei massiv stören wird und zwei unsichere Sonnen, an die sich keiner traut. Da würde ich unser Versteck hinlegen und in eines der Asteoridenfelder den Sammler locken.“„Hmmmmm, das klingt gut. Arbeitet den Plan weiter aus, ich muss mir mal den letzten Treffer im Maschinenraum ansehen, ich möchte nicht nochmal einen so harten Treffer abbekommen. Also bleibt dran und gebt mir Bescheid.“

Damit entschwand Huni im Aufzug nach unten.„Auf geht Leute, lasst uns planen, wie wir den Krokodilen das Leder abziehen.“

**

Die Neutra kehrte in den Normalraum zurück und scannte den eben erreichten Raumsektor ab. Die gemessenen Raumschiffe waren in den meisten Fällen normale Händler, einige nicht registrierte waren mit dabei, vermutlich Schmuggler und dann waren da noch ein gutes Dutzend Schiffe der Parunier.

Ein mächtiges Sammlerschiff, das vor einem gesperrten Planeten lag und von mehreren Jägern und Suchern begleitet war.

„Vorsicht Kommandant, das ist einer der Ogerplaneten, einer der Hauptnahrungsquellen der Parunier, ich scanne zwar kein Schlachtschiff, aber ich bin überzeugt, dass mindestens eines hier ist.“„Danke Jannek, halte die Augen offen. Joergenson, was machen die Frequenzen?“„Normaler Funkbetrieb, keine Hektik oder übermäßig viele Hilferufe.“

„Gut, schießen wir eine Videosonde auf den Planeten, ihr sollt wissen, wie solch ein Ogerplanet aussieht und wie die Parunier bei der Ernte vorgehen. Seid aber auf einiges Unappetitliche gespannt, das ist deren Nahrung, vergesst das niemals.“

Aus der Waffenstation wurde eine kleine Drohne abgeschossen, sie tarnte sich direkt nach dem Abschuß und war daher nicht die schnellste, aber besser ungesehen als rasend schnell und verdächtig.

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Auf dem Ogerplaneten

Die Parunier hatten eine Erntesiedlung errichtet. Diese Siedlung war gut 5000 Meter im Durchmesser und geordnet nach Landeplatz der Jäger, Start- und Landeplatz der Sammler, Unterkünfte und die beiden wichtigen Bereiche der Futterverwertung.

Das waren bei den Parunier die Schlachterei und die Verwertung. Dann kamen noch die Gefangenenlager, in denen einige Hundert Oger eingesperrt waren.

Jene Oger, denen man bereits einen „Befreiungskeil“ in den Nacken geschlagen hatte, wurden im ungesicherten Lager gehalten und warteten auf ihre Schlachtung. Die Restlichen waren in Hochenergiesperrlager eingezäunt und es war unglaublich, wie oft ein Oger in die Absperrungen griff und einen heftigen Schlag erhielt.

Das alles übertrug die Videosonde auf einem gesicherten Kanal zur Neutra. Joergenson erkundete mit der Sonde das Lager und rief dann die Führungscrew zusammen.„Kommandant, Jasemine, Julia, Jannek, ich bin soweit und habe das Lager erkundet.“

„Gut speis das Bild in das Interkom ein, damit alle es sehen können. Ich wurde bereits darauf angesprochen und habe es erlaubt, dass alle das sehen. Zur Warnung und als Erfahrung, wie hier in den Sektoren vorgegangen wird.“

Joergenson schaltete ein wenig und auf den Stationen der Neutra flammte das Bild der Sonde auf. Sie zeigte das Lager von oben, damit sich die Mannschaft orientieren konnte. Anschließend wurden rasch die Lager gezeigt und danach steuerte Joergenson die Sonde sachte in das Gefangenenlager.

**

In dem Gefangenenlager wurde einer der Oger von acht kräftigen Parunier an starken Ketten hereingeführt und zu Boden gezwungen. Der Kopf des Ogers wurde in eine Halterung am Boden gedrückt und gezogen, dann setzte ein anderer Parunier einen „Befreiungskeil“ an das Genick des Ogers an und ein anderer Parunier schlug mit einem Vorschlaghammer den Keil in das Genick ein. Der Parunier brauchte für den mächtigen Oger nur zwei Schläge, dann saß der „Befreiungskeil“.

Der Oger ächzte und seine Augen wurden starr. Sein ohnehin schwacher Wille war gebrochen und zwei Parunier halfen dem Oger, einem nackten, sehr dicken und kräftigen Humanoiden von gut vier Meter Höhe und an die 600 Kilo Gewicht wieder auf die Beine.

Als Oger war er nur eine Durchschnittsgröße mit seinen vier Metern, dennoch war sein mächtiger Brustkorb von Muskeln übersät. Der massige, fette Bauch passte da weniger dazu. Arme und Beine waren sehr massiv und stark ausgeprägt und oben saß ein kahler, riesiger Kopf, der willenlos in die Gegend starrte.

Die beiden Parunier brachten den Oger in ein wenig gesichertes Lager und setzten ihm einen Eimer mit einer gelben Flüssigkeit vor, das etwa wie Betzetisches Bier aussah. Der Oger soff den Eimer in einigen großen Zügen leer, rülpste ein paarmal und lief zu den anderen Ogern in das Lager.

Die Sonde flog weiter und zeigte die ersten Bilder aus der Schlachterei.

Hier wurden die Oger auf den Bauch hingelegt und an den Beinen mit jeweils einer Kette gefesselt. Die kräftigen Arme wurden hinter dem Rücken gebunden und dann zog man langsam die Ketten an, so, dass die Beine frei hingen. Von vorne steckte man dem Oger ein Rahmengestell auf den Kopf und streckte den Kopf so weit nach hinten, bis die Kehle frei wurde. Durch den Rahmen gehalten, konnte der Oger, dem ohnehin alles egal war, seinen Kopf nicht bewegen. Jetzt stach einer der Parunier ein Metallrohr durch die Kehle in den mächtigen Leib des Ogers. Über eine Schlauchleitung schoss pulsierendes, schäumendes Blut in ein zylindrisches Gefäß, und je mehr Blut dort hineinfloss, desto mehr schäumte es. Eine Apparatur begann im inneren anzulaufen und mischte das Blut permanent durch.

Der Parunier hatte den Aortabogen erwischt und der Oger blutete langsam aus. Aus dem massiven Körper holte der Parunier gute 160 Liter Blut heraus, dann versiegte die Zufuhr mit frischem Blut und das Metallrohr wurde herausgezogen.

Eine Mischmaschine durchmengte permanent das Blut des Ogers und vermischte es jetzt mit zwei anderen Flüssigkeiten, bis eine dunkelbraune, zähflüssige Flüssigkeit übrigblieb. Das wurde dann abgesaugt und über Schläuche abtransportiert. Wohin, das konnte die Sonde nicht zeigen.

Leise zuckte der Oger noch, dann wurden seine Bewegungen ruhiger und schließlich hing er leblos in dem Gestell. Jetzt zogen die kräftigen Ketten an den Beinen den Oger nach oben und spreizten ihm die Beine, dass die Gelenke knackten.

Erst jetzt wurde der Oger über eine Laufkatze in einen anderen Raum gezogen, da hingen bereits ein gutes Dutzend andere Oger und tropften langsam aus.

Während der nächste Oger in die Ausblutung gesteckt wurde und nebenan andere Oger ihren „Befreiungskeil“ eingeschlagen bekamen, folgte die Sonde in den anderen Raum.

Vorne, der erste Oger, wurde in einen der Nebenräume gezogen und weiter nach oben an die Wand gehängt. Hier in dem Nebenraum hingen nach und nach die verstorbenen Oger und einige der Parunier kamen mit Messern und begannen mit der eigentlichen Schlachtung der Oger …

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„Oh wie grausam, und das machen die mit jedem Humanoiden?“ Fragte eines der Crewmitglieder und der Kommandant bestätigte.„Was machen die mit dem ganzen Blut?“ Fragte eine Frau aus dem Maschinenraum.„Das wird gesäubert, mit anderen Füllstoffen vermengt und dann wird daraus etwas wie Pfannkuchen gemacht wird, das essen die Oger gern mal gebacken oder getrocknet vor den Mahlzeiten.“

„Schaut, da jetzt nehmen sie die Gedärme und anderen Eingeweide heraus und legen sie auf ein Förderband.“„Ja, die Parunier werfen nur das schlechteste weg, sie säubern und verarbeiten im Grunde alles und da die Oger vorwiegend Pflanzenfresser sind, ist diese Darmfüllung auch ein Teil der Nahrung für die Parunier. Da schaut, jetzt seht ihr die beiden Herzen der Oger.“

Zwei kräftige Herzen, jedes mindestens 10 Kilo schwer, wurden herausgeschnitten und dann folgten Lunge, Leber und einige Dinge, die die Leute noch nicht kannten.„Ja, schaut nicht so überrascht, das sind acht Nieren, die Oger können auch die übelste Brühe trinken und ihr Körper säubert alles.

Jetzt wird es wieder interessant für die Biologin, Madelaine sehen Sie sich diese Geschlechtsteile an, die sind nicht annähernd so groß wie erwartet. Alleine die Testikel sind enorm groß, ihr seht, die verwerten alles.“

Einer der Metzger zog die Hoden und recht große Nebenhoden aus dem Geschlachteten heraus und säuberte diese. Anschließend wurden sie einzeln in eine Presse gesteckt und weißer Saft herausgepresst und abgefüllt.

„Nein, fragt mich nicht, was die aus all dem Ogerspermien machen, ich wollte es nie wissen.“

Gegen Ende schlug einer der Parunier dem Oger den Kopf ab, dabei flog der „Befreiungskeil“ weg, und wurde in ein Wasserbad geworfen, bereit für die nächste Verwendung.

Den Kopf spaltete ein anderer Parunier und nahm alles aus, was er dran und darin fang. Die Muskelpartien wurden abgetrennt und auf ein Band gelegt, das transportierte sie in eine Wanne mit dampfender Flüssigkeit.

Übrig blieben nur eine Menge Sehnen und Knochen, die auf einen Haufen geworfen wurden. Der Haufen war bereit recht groß und zwei weitere Parunier schoben die Überreste in einen anderen Raum, wo die Knochen zu Knochenmehl zermalen und gefriergetrocknet wurden.

Danach wurden die getrockneten Mengen in Säcke verpackt.

„Kommandant?“„Ja Julia?“

„Wurde oder wird so auch mit unserem Mannschaftsmitglied umgegangen, ich meine, haben die Parunier das auch so mit Vargas gemacht?“„Nein Julia, ganz genauso nicht, auch bei kleineren Humanoiden wird das Blut abgelassen und er wird leergemacht, aber dann werden die meistens direkt auf einen Spieß montiert und in die Röstung geschickt.“

„Ich mochte Vargas, er war ein guter Jägerpilot.“„Ja lasst uns die Übertragung hier beenden, ihr habt genug gelernt und wisst, was die Parunier mit ihre Gefangenen machen. Bitte verurteilt sie nicht zu schnell, auf Terra hat man früher auch Tiere so behandelt, geschlachtet und gegrillt. Damals wurde einige der Tiere nicht einmal betäubt.

Vergesst nicht – Andere Welten, andere Ernährungen.“

„130 Milliarden Echsen müssen versorgt werden, die fressen ganze Humanoidenwelten leer.“„Ja deswegen achten die Parunier sehr genau auf die Einhaltung ihrer Regeln, schließlich hängt ihr Volk daran.“

Julia sah ihren Kommandanten an, „Vargas war doch auch dein Freund oder?“

„Oh ja, wir hatten einiges durchgemacht und ich muss später dann seine Frau und die beiden Kinder informieren, dass ihr lieber Vater bei einem technischen Unfall ums Leben kam.“

„Scheiß Job, so ab und zu oder?“ Fragte Jasemine und Jack nickte still.

„Das kannst du laut sagen, ich war mit Vargas auf der Kommandoschule und wir haben einige brisante Einsätze hinter uns. Im Grund wünschte ich, wir würden noch etwas von ihm empfangen und könnten ihn befreien. Die Chancen sind aber …“

„Sorry Kommandant,“ rief Joergenson dazwischen.

„Die Chancen sind soeben gestiegen! Ich habe ein Signal von Vargas, er lebt noch und ist hier nahe der grünen Rose aufgetaucht.“

„Du meinst, sein Schiff ist da aufgetaucht, was wisst ihr noch?“

Zusammen rannten sie zur Brücke und ließen sich die Daten anzeigen. Diese sogenannte „Grüne Rose“ war ein Giftnebel, in dem sich oft Parunier Schiffe versteckten, wenn sie nicht gefunden werden wollten, oder etwas zu verbergen hatten.

„Also gut, dann lasst uns hier aufbrechen und in die Grüne Rose reisen, mal sehen, was wir vorfinden. Wenn wir Glück haben; ich meine so richtig viel Glück, dann ist es noch nicht zu spät und wir können ihn noch retten.

Alle Sonden zurück, Weitraumradar und Scanner auf höchste Stufe, sobald alles an Bord ist, legen wir los!“

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Die Neutra hatte alle Sonden und Jäger an Bord genommen, es waren keine Objekte in der Nähe und sie flogen los, schlichen um eine kleine Sonne um kurz danach im Subspace zu verschwinden. Diese schwachen Signale würde kein Parunier Raumschiff registrieren.

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Vargas

Vargas kam langsam wieder zu sich. Er hing in einem Gestell neben vielleicht zwanzig anderen Humanoiden und sein Nacken schmerzte, es brannte höllisch.

Da erst wurde ihm klar, dass die Vargenius Kapsel das Schlimmste verhindert hatte und dass der Parasit in dem Befreiungskeil bei ihm keine Wirkung zeigte.

Er spürte seinen Willen und die Schmerzen, die er spürte, waren im Grunde ein gutes Zeichen. Sein Nervensystem funktionierte noch und die Vargenius Kapsel mit den medizinischen nano Robotern hatte die Wirkung des Parasiten neutralisiert.

– Hoffentlich übertrug die Kapsel die Lebensdaten zur Neutra – dachte Vargas und schwor sich, dass er nicht aufgeben würde. Er müsste erst einmal hier loskommen und sich verstecken. Das war schwierig genug, aber jetzt war es nicht mehr unmöglich.

Vor ihm hing ein Humanoide der Bri-Ings, einer Rasse menschenähnlicher Wesen, mit einem flachen Kopf und massivem Oberkörper. An ihm konnte sich Vargas mit seinen Füßen hochziehen, um schließlich seine Hände und Arme zu entlasten. Endlich konnte er sich aus den Armschlingen befreien.

Beim herabklettern sah er die ganze Gefangenenmannschaft in dem Laderaum. Hier hingen gut zwanzig andere Humanoide, darunter waren auch zwei Menschenfrauen. Allerdings saßen bei denen die Befreiungskeile fest und hatten die Nerven geschädigt. Die beiden Frauen waren zweifellos verloren, denn ihre Augen waren auf und starrten ins Nichts.

Vargas musste sich hier irgendwo verstecken und dann versuchen, mit der Neutra irgendwie in Kontakt zu treten. Wenn ihn noch jemand retten konnte, dann war es Kommander Rapier und die Besatzung der Neutra.

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Am Boden lagen einige Befestigungsstangen, mit denen man die Hände und Füße der Gefangenen in den Halteklammern befestigen konnte. Die größeren davon konnte er als idealen Knüppel verwenden und mit einem der kleineren vielleicht auch eine Türe aufbrechen.

So verschaffte sich Vargas Zugang zum Nebenraum. Hier lagen einige Werkzeuge auf einer Theke und anscheinend kamen hier kleinere Wesen, um diverse Reinigungsarbeiten durchzuführen.

Wenn er Glück hatte, könnte er vielleicht erkennen, was das für Wesen waren …

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Die Neutra kam hinter einem kleinen Nebel hervor und sondierte die Umgebung. Die Geräte zeichneten alle Kontakte in der Umgebung auf und füllten die Anzeigen. Nach und nach kamen die Raumschiffe der Parunier in der Region dazu, einige Sonden und dann ein ganz besonderes Signal.

„Jack, ich glaube, das Signal hier suchen wir, oder?“, raunte Jasmine den Kommandanten an, als die Daten aufleuchteten.

„Das sind die Daten der Sektora. Zumindest sehen sie so aus. Aber eines ist wichtiger, die Daten sind vom Ziel weit genug weg, dass wir zuerst die Befreiung angehen können. Danke.“

„Julia haben Sie die Mannschaft instruiert, wissen sie, was wir vorhaben?“

„Oh ja Kommandant, und sie sind ausnahmslos alle bereit, ihren Kameraden herauszuhauen.“

„Gut, kann aber sein, dass das happig wird. Wie auch immer. Wir starten jetzt die Jäger als Aufklärer und schicken auch die Sonden los. Wir brauchen Sicherheit, denn ich würde hier eine Falle bauen.“

„Ja doch – Sie schon wieder – der Kommandant, der denkt wie ein Pirat.“

„Genau Joergenson, sei schlauer als der Klauer und doppelt so rabiat wie der Pirat!“

„Von wem ist das wieder?“

„Orimnijalas der Schächter hat das gesagt im Jahre 372 Galaktischer Zeitrechnung der Galaaner.“

„Galaaner, aber die wurden doch alle ausgerottet, dachte ich?“

„Ja, dennoch ein cooler Spruch. OK lassen wir das jetzt. Alle Stationen bleiben besetzt, es gilt Alarmstufe 2!“

Damit machte man sich auf der Neutra bereit für die kommenden Kämpfe.

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Vier Stunden später gab es die erste Besprechung. Alle Jäger waren wieder eingerückt und es fehlte nicht eine Sonde. Die Signale waren erstklassig und jetzt konnten sie den Befreiungsschlag planen. Die Daten der Jäger und Sonden wurden in den Schlachtenrechner eingegeben und alles wurde zusammengespielt. Dann endlich war das Team bereit.

„Herhören, das ist der Plan.“ Begann Jack Rapier.

„Das Ziel ist ein kleiner Futter Sammler, der hat sich nahe dieses Mondes versteckt. Der Mond scheint hohl zu sein, den werden wir mit vier Torpedos füllen, den die Jäger heranbringen. Vorher setzen wir hier und hier zwei Posaunen von Jericho ab, die hier für uns die Weitbereich-Sensoren stören werden. Damit sind in einem halben Parsec keine genauen Ortungen möglich, keine Ortung von Subspace Sprünge und auch keine weitreichenden Zielpeilungen.

Als Nächstes müssen wir die beiden Begleitschiffe ausschalten, ehe wir uns dem Sammler nähern. Zu dem Zeitpunkt sind unsere Jäger bei den beiden Begleitern und wir nähern uns durch diesen Staubriesen unserem Ziel.

Als erstes die Zerstörung der Begleiter, dann die Maschinen ausschalten und unseren Mann im Sammelraum finden und herausholen. Sobald alles geschehen ist, geben wir Fersengeld und ihr jagt die Torpedos in dem Mond hoch. Das sollte alle Neugierigen in der Region ablenken und wir müssten freikommen.

Geht etwas daneben ist hier oben an dem grünen Stern bei PB3X der Sammelpunkt. Wir nehmen die Verschlüsselungen Kappa 12 und Theta 21. Wir halten uns bis zum Sammler zurück mit dem Schießen, wenn wir aber angegriffen werden, dann geben wir ihnen alles was wir haben und blasen sie aus dem Sektor.

Fragen bis hierher?“

Drei Leute hatten gute Fragen, diese wurden beantwortet, dann erfolgte die Einteilungen, und der Start rückte näher.

Noch 90 Minuten bis zum Start.

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In der giftig grüngelben Nebelsuppe, genannt die „Grüne Rose“ verbargen sich nur dann Schiffe, wenn sie wirklich etwas zu verstecken hatten. Die Nebelsuppe griff nämlich auch manche Raumschiffhülle an und hatte für Raumschiffe mit schwachen Schutzschilden schon manche Überraschung bereit gehalten.

Das kleine Sammler Raumschiff hatte ursprünglich mit seinen beiden Begleitern einige Humanoide aufgelesen und sollte sie an das große Futterschiff überstellen. Jedoch waren da einige wirklich sehr gut aussehende Humanoiden dabei und die würde die Besatzung nur äußerst ungern abgeben.

So war es einfach die Beute der beiden kleineren Jäger aufzunehmen und die beiden Schiffe in Tausend Stücke zu schießen, nur um sich danach in einem sicheren Bereich des Alls zu verstecken.

Der Fehler der Parunier war, dass sie von der Existenz der Vargenius Kapseln keine Ahnung hatten und auch nicht, dass diese kleinen nano Roboter auch über einen Subkanal zu ihrer Zentrale Daten senden konnten.

Auf der Neutra hatte man diese Daten erhalten, sie verifizieren können und eine Falle ausgeschlossen. Dennoch waren die ersten der vier Jäger mit den Torpedos gestartet und hatten diese in dem hohlen Mond versteckt.

Natürlich hatten sie dabei den Mond auch untersucht und keine anderen Parunier oder schlimmeres entdeckt.

Beim heimlichen annähern an den kleinen humanoiden Sammler achteten die Jäger peinlich genau darauf, in ihrer Deckung zu bleiben und die Sendeeinrichtung, sowie die Antennenanlage des Sammlers in der Zielpeilung zu belassen.

Gleichzeitig hatten zwei Roboter Drohnen die beiden „Posaunen von Jericho“ magnetisch gepackt und flogen sie weit weg von der Neutra. Sie platzierten sie gut 220.000 Km von dem kleinen Mond entfernt. Hier wurden die Posaunen an Trümmerstücken verankert und die Roboter kehrten zurück zur Neutra.

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„Kommandant, die beiden Begleitschiffe, wo sind die denn geblieben?“, fragte Jannek Extralug und Jasmine antworte ihm: „Die sind schon längst zu Weltraummüll zerschossen, schau dir nur den Sammler an, die Treffer kamen nicht vom schlechten Ankoppeln. Der hat die Begleitschiffe garantiert platt gemacht.“

Jack Rapier kam dazu und nickte, „Ja doch das ist sehr wahrscheinlich, der Sammler hatte alle Möglichkeiten und die Sensoren zeigen ein volles Humanoiden Lager. Da scheinen mindestens zwei Dutzend Humanoiden pro Lager gefangen worden zu sein.“

„Die Signale sehen gut aus, die Posaunen sind am Platz, die Torpedos verankert und die Jäger stehen bereit, wir warten auf das Signal, Sir.“

„Also dann, Waffenstation, Buggeschütz auf die Funkstation ausrichten, die seitlichen Blaster auf die Antennen richten, wir machen gleich zu Beginn alles klar. Enterkommando bereitmachen und auf den Tarnschirm achten.“

Das Enterkommando hatte die Neutra verlassen und flog von seitlich achtern den Parunier Sammler an. Seitlich achtern waren ihre Sensoren anfällig und der Auswertung entging immer wieder etwas, das aus diesem Bereich kam. Peinlich genau achteten sie darauf, nicht zu schnell zu werden, und sie flogen auf einer geraden Linie immer näher auf den Sammler zu. Schließlich befanden sie sich im unteren Schatten des Sammlerschiffes und gaben ein Lichtsignal, dass sie angekommen seien.

„Alles Bereitmachen, wir starten!“ Wie eine lauernde Raubkatze sprang die Neutra aus ihrem Versteck direkt vor das Sammlerschiff und die Energiekanonen der Neutra flammten ein einziges mal kurz auf.
Auf dem Sammlerschiff riss die Verkleidung der Sendeanlage und die Transmitter explodierten. Die Antennenanlage, am Sammlerschiff oben montiert, wurden abgesprengt und schon das das Spiel vorbei.

Noch während die Haftladung der Sprechmechanik an dem Sammlerschiff andockte, schnitt das Enterkommando ihren Zugang durch den Rumpf und das Enterkommando war an Bord gelangt.

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Geentert

In der Kommandozentrale des Sammlers war das Chaos ausgebrochen. Ein Kriegsschiff war direkt vor ihnen aufgetaucht und hatte alle Sendemöglichkeiten des Parunierschiffes mit einem einzigen Feuerüberfall zerstört.

Einen Moment später war ein mechanisches Klopfen zu hören und direkt danach hörte die Besatzung auf Parunia, ihrer Heimatsprache, die Forderung des Angreifers.

„Sofortige bedingungslose Kapitulation, andernfalls würde die gesamte Mannschaft bis auf die letzte Echse umgebracht und dem tödlichen Weltall überantwortet werden.“

Einige Kampftruppen rannten wie verwirrte Wesen duch die Flure und die meisten rannten auf die Brücke, sie wollten die Entscheidungen ihres Kapitän hören, was er gegen die Angreifer zu tun gedenke.

Auf einmal flammten auf allen Bildschirmen des Sammlerschiffes ein Symbol auf, das war das Symbol von Terra, also der Humanoidenrasse der Menschen.

Sodann kam die klare Forderung nochmals zur sofortigen Kapitulation mit den angekündigten Androhungen und es lief ein Countdown ab, der bei 200 gestartet war. Auf dem Angreiferschiff flammten die Zielbeleuchter auf und ein roter Punkt war genau dort, wo sich die Kommandozentrale befand zu erkennen.

Der Countdown lief und war eben bei 110 angekommen. Da forderte die Mannschaft vom Parunier Kapitän eine klare Antwort.

„Wir wollen uns wehren, die schaffen wir doch bestimmt, das ist doch nur ein Raumschiff mit Futterträgern, die packen wir…“

Solche und weitere Forderungen wurden erhoben und die Mannschaft der Sammler war jetzt im Bereich der Brücke und der Befehlsräume versammelt. Die Raumschiffe der Parunier hatte alle eine Sammelstelle für die Befehlsausgabe. Anders als bei den Terannischen Schiffen, dort würde man die Mannschaften in einem der Lager versammeln.

So aber befand sich jetzt die ganze Mannschaft des Sammlerschiffes in zwei Räumen, dicht an der Außenhülle. Die Brückensektion und der Befehlsraum. Und an den Bildschirm lief der Countdown und zeigte jetzt gerade noch 25 an, weiter fallend.

Bei 9 kam die Antwort aus dem Sammlerschiff.

„Achtung, Angriffsschiff der Terraner! Wir verlangen sofortige Verhandlungen und die Abschaltung aller Waffen, bis zum Ende der Verhandlungen!“ Da zeigte der Countdown gerade von 5.

4 .. 3 .. 2 .. 1 .. FEUER!

Schon schossen die Hauptgeschütze der Neutra direkt auf die Brückensektion und rissen die Außenhaut dort auf. Aus den beiden großen Räumen wurde explosionsartig die Atemluft und gerissen und alles, was nicht angebunden war, fand sich draußen im luftleeren, kalten All wieder. Der Kampf hatte nur einen Moment gedauert, da waren alle Parunier ausgeschaltet.

„Enterkommando, ihr könnt loslegen, die Brückensektion ist zerstört und liegt offen, Vorsicht also beim Öffnen der Schleusen. Jetzt sucht die Lager ab, und holt unseren Mann da heraus.“

**

Vargas hatte mitbekommen, dass das Schiff geentert wurde. Als es an der Tür klopfte und der Schrei kam „Weg von der Türe“ war er bereits in Deckung. Vargas dachte sich gerade noch, dass er den Schrei hören konnte, es war also Atemluft in den Gängen, da wurde die Tür aufgebrochen und vier Mann des Entertrupps standen mit gezückten Waffen in dem Lager und Vargas trat ihnen entgegen.

„Oh Mann, zieh dir das an, du siehst ja schaurig aus. Sind noch andere Menschen hier, die wir mitnehmen können und die noch zu retten sind?“

„Ich habe nur eine Person gesehen, die hängt hier, nehmen wir sie mit?“ Einer der Soldaten hielt ein Messgerät an die Frau und es zeigte keine Gehirnaktivitäten mehr an.

„Das macht keinen Sinn, die Frau ist zu lange ohne Bewusstsein, die ist mehr tot als lebendig.“

„Aber sie lebt noch oder? Wenn ja, dann lasst sie uns mitnehmen Leute.“

So lösten sie die Frau auf den Schlingen, umgaben sie mit einem Personenretter, einem minimalisten Atemfeld, und legten sie auf eine Gravitätsbare um sie mitzunehmen. Danach verließen sie das Lager. Aus dem anderen Lagern kamen die Suchtrupps. Sie hatten keine Menschen mehr gefunden, nur andere Humanoiden, die bereits mehr tot als lebendig waren.

An Bord der Neutra wurde die gerettete Frau sofort in die medizinische Sektion gebracht, wo auch Vargas untersucht wurde. Zwei seiner Stubenkamerade waren gleich bei ihm geblieben und hatten einiges zum anziehen mitgebracht.

„Kommandant, wir haben ein Signal aus dem Sammler, irgend ein stummer Alarm muss losgegangen sein. Das Schiff sendet auf einer Rettungsfrequenz mit geringster Leistung, aber man könnte das Schiff lokalisieren.“

„Verstanden, wir ziehen ab. Alles an Bord. Jäger und Abfänger andocken, wir verschwinden hier, macht die Posaunen fertig.“

Noch während die kleinen Abfangjäger in die beiden Hangars der Neutra flogen, drehte das Schiff bereits und beschleunigte langsam um von dem kleinen Mond wegzukommen. Nachdem das letzte Mitglied der Besatzung an Bord war gab Jannek Extralug volle Beschleunigung und die Neutra raste aus dem Bereich des kleinen Mondes.

Die „Posaunen von Jericho“ sendeten einen andauernden Warnhinweis, dass das Gebiet gefährlich ist und eine Sprengung erfolgen wird. Doch das interessierte einige Jagdschiffe der Sammler nicht im Geringsten. Sie dockten an, plünderten die Lagerkammern und nahmen soviel Humanoiden mit, wie sie transportieren konnten, danach verschwanden sie und machten Platz für die nächsten Schiffe. Kurz danach kam ein mittelgroßer Kreuzer der Parunier längsseits und die Plünderung ging weiter.

„Gefahr, Gefahr, Sprengung, Sprengung!“ Plärrten die „Posaunen von Jericho“, da zündeten die versteckten Torpedos in dem kleinen Mond und eine neue, kleine Sonne ging auf, die alles im Umkreis von 100 Km verdampfte. Der Kreuzer und an die zwanzig der kleineren Jagdschiffe waren mit dem Sammler verdampft.

Aber dafür war ja lange genug und auch mehrfach eine allgemeine Warnung erlassen worden.

**

Während die Neutra in die Sicherheit des Supspace eingetreten war und die letzten Überprüfungen an den kleinen Jägern stattfanden, kam aus der medizinischen Station die Meldung, dass die Frau die Rettung nicht überlebt hatte.

In den Kommunikationskanälen fand die Zerstörung des kleinen Sammlers keine Erwähnung. So etwas kam bei der riesigen Größe des Parunier Gebietes öfter vor.

Allerdings hatte diese Aktion an Bord eines anderen Raumschiffes durchaus Gehör gefunden. Bei den Piraten.

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Hasso Kahl stand neben Huni Halfi und beide betrachteten die Gebietskarten, als Millbia, Utz, die Funkerin der Sektora dazukam und die beiden räuspernd anschaute.

„Das da, das sieht nach einer Rettungsaktion aus. Da wurden wohl Gefangene aus einem Parunier Schiff befreit und dann das ganze Gebiet mit ein paar Minen gesäubert.“

Huni sah Millbia an und schüttelte den Kopf. „Nein, das waren keine Minen, das waren ein oder mehrere Torpedos. So etwas haben nur Kriegsschiffe der Terraner mit im Bestand. Ich glaube, da hat sich die Mannschaft die uns sucht selbst verraten. Das da, das waren auf jeden Fall die Spuren eines terranischen Sonderkommandos.“

Hasso sah sie an und nickte ihr zu. „Ja, das sehe ich auch so, bleibt nur die Frage, wen hat das Zentralgehirn losgeschickt um uns zu fangen. Meiner Meinung kommen da nur drei Namen in Frage.“

Huni und Millibar sahen ihn fragend an.

„Milibert Haslblechinger mit seinen beiden Fregatten und einem starken Enterteam, dann noch die Entertruppe der Gebrüder Tuitz von Gamma III und zum Schluß noch dieser verrückte Jack Rapier mit seiner Mannschaft.“

Huni kratzte sich an der Nase, „die Gebrüder Tuiz von Gamma III wäre meine erste Wahl, aber auch Jack Rapier.“

„Was ist mit Halsblechinger?“, fragten beide. „Nein, wo die auftauchen kracht es so richtig, das hier war durchdacht und geplant. Halsblechinger hätte den halben Mond auseinandergeschossen und dann den Sammlern seine Forderungen gestellt. Abgesehen davon hätte er das Schiff danach als Brise mitgenommen und die Lageristen gefressen, die sind so drauf, dass die das machen, glaube mir.“

Millbia sah ihre Anführerin mit großen Augen an. „Schau nicht so, wie ein verschüchtertes Kaninchen, die schmecken gut geröstet wie Hühnchen …“

Milliba verabschiedete sich und suchte schleunigst das Weite. Irgendwie kam ihr Huni verändert vor, seit sie über zwei Monate in einem Rettungsboot auf einem Asteroiden gefangen war. Von den drei Begleitern der Mannschaft fand man nichts mehr, es hieß damals, sie seien geflohen.

Aber wie sollte Huni so lange ohne Nahrung überleben, das hatten sich damals die Piratenkameraden auch gefragt. Aber keiner hatte den Mumm, das Huni direkt zu fragen.

„Mach der Kleinen nicht immer Angst Huni.“ Beschwor Hasso Huni und sie grinste ihn an.

„Die muss lernen härter zu werden. Also weiter, wie finden wir heraus, wer uns da verfolgt?“

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Eine Woche später hatten die Sensoren der Neutra die Spur der Sektora wieder aufgenommen. Natürlich hatte sie ihre Position gewechselt und zwei weitere Parunier Raumschiffe gekapert und ausgeplündert. Das nächste Ziel war ein Sonnensegler Raumschiff der Glaubenssucher.

Anstatt den Glaubenssuchern ihr bisschen Leben zu lassen, kannten Huni Halfli und ihre Piratenbesatzung keine Gnade und sie schossen alles zusammen, was an Bord lebte. Erst danach begannen sie mit der Plünderung und waren enttäuscht, dass sie nur Statuen der Gottheit der Glaubenssucher fanden, dazu noch einige wenige Nahrungsmittel. Aber natürlich keinerlei Wertgegenstände oder Waffen.

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Aber dann machten die Piraten einen fatalen Fehler, als sie ein Sensorschiff der Parunier angriffen. Sensorschiffe der Parunier waren ganz in Rot lackiert mit gelben Ringen versehen. Ein jeder hätte diese Warnfarben akzeptiert, aber Huni war noch keinem dieser seltsamen Schiffe begegnet.

Diese Schiffe hatten eine kleine Besatzung von gerade einmal 25 Mann. Die einzige Aufgabe der Schiffe war die Ausleuchtung des riesigen Parunier Raumes um damit stets die Sternenkarten aktuell zu halten. Demzufolge waren diese Schiffe über ein spezielles Parunisches Kommunikationsnetz mit allen anderen Sensorschiffen und den Auswertungszentralen über alle Sektoren verbunden.

Wer also dumm genug war, solch ein Schiff anzugreifen, der tat dies und im gleichen Moment wussten weit über dreißigtausend andere Kriegsschiffe, was da gerade vorging, und konnten Alarm schlagen. Eine passende Reaktion blieb nie aus.

Gerade als die Plündermannschaft unter der Leitung von Minzi Hulowar an Bord die letzten Parunier erschossen um dann mit den Plünderungen zu beginnen, traf aus dem Subspace die erste Fregatte ein.

Mit wenigen gezielten Schüssen war das Plünderschiff, das an der Schleuse des Sensorschiffes angedockt war, zerstört und die Fregatte begann die Sektora unter Feuer zu nehmen.

„Verdammter Mist, was ist da schief gegangen?“ Brüllte Huni Halfli auf der Brücke der Sektora und hieb auf den Notstartknopf. Mit einem Fluchtsprung, der alle Energie aus den Speichern verschlang, hatte es die Sektora gerade noch geschafft sich in Sicherheit zu bringen.

Die gesamte Plündermannschaft aber war zurückgeblieben und verloren.

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Minzi Hulowar sah aus einer der Bullaugen des Parunierschiffes, wie sich die Sektora gerade noch rettete, während die Einschläge ihr eigenes Plünderschiff zerstörten. Auf einmal waren sie die Verlierer, jetzt würden sie überfallen und ihr Schicksal war klar, sie würden auf einer Servierplatte der Fregatte enden.

„Alle herhören, wenn ihr noch könnt, dann erschießt euch, die kommen an Bord!“ Ihre Mannschaft von gut zwei Dutzend Piraten schauten Minzi Hulowar sprachlos an, aber als sie ihren Strahler nahm und auf ihre Brust ansetzte, da wussten sie, dass das ernst gemeint war.

Im gleichen Moment donnerte ein Betäuberschuss der Fregatte durch das kleine Sensorschiff und alles, was an Bord noch gelebt hatte, war bewegungslos und betäubt. Minzi Hulowar hatte den Strahler immer noch auf ihre Brust gesetzt, konnte aber nicht mehr abdrücken.

Das letzte, was Minzi Hulowar noch mitbekam, war dass sie von drei Parunier gepackt und ihr der Schutzanzug und alle Kleidung vom Leib gerissen wurde, dann wurde es um sie dunkel.

**

„Kommandant, hier läuft eine Warnmeldung durch das Parunier Netzwerk. Irgendein Narr hat einen ihrer Sensorschiffe angegriffen, und zwar im Sektor 41 bei Blau 31. Das ist in der Nähe der letzten Position der Sektora.“, hatte Joergenson durchgegeben und auf der Brücke wurden Jasemin Julo und Julia Biehler plötzlich munter und sprangen an ihre Konsolen. Sie prüften einige Anzeigen und während sie noch das alles bestätigten, kam Kommander Jack Rapier dazu.

„Danke Kommunikation, was meint ihr beide, würde Huni Halfli so dumm sein und ausgerechnet ein Sensorschiff angreifen?“

Julia Bieler, die Kampfleiterin schaute Jack an und nickte leicht mit ihrem süßen Kopf. „Oh ja, sie würde das tun. Minzi Hulowar weiß nicht wie die Parunier gestaffelt und aufgestellt sind, sie kennt weder deren Taktik noch deren Alarmsystem. Da sie dann auch keine Sensorschiffe kennt, würde sie das tun. Oh ja, Huni würde angreifen.“

„Das sehe ich auch so.“, bestätigte Jasmin Juno und blickte Jack mit leuchtenden Augen an. „Wisst ihr, was das bedeutet?“ Jack lächelte und Minzi kuckte überrascht.

„Die Sektora würde angegriffen werden und garantiert mit ihrer Notbeschleunigung fliehen. Dabei würde sie ihre Notreserve aufbrauchen, nur um wegzukommen. Sie würden einen nicht programmierten Subspace Sprung machen, den wir wieder anpeilen können. Jetzt müssen wir schnell sein, die Sektora hat in vier Stunden wieder Sprungenergie!“

„Zielpeilung auf nicht kondensierten Subspace Wiedereintrittspunkt ausrichten, nennt mir alle Kontakte, sofort bitteschön, jetzt läuft die Zeit!“ Trieb Jack seine Mannschaft an.

„Zwei Kontakte, einer in Sektor 43 und einer in Sektor 41, Sir.“

„Sektor 43 ist zu weit weg, das kann sie nicht erreichen, die Peilungen zum Punkt bei Sektor 41.“

„Zielpeilung kommt und Peilung ist da, ist eingetragen im System.“ Jannek Extralug grinste zu Jack. „Energie Kommandant?“

„Oh ja, springen wir. Alle Mann auf Gefechtsstation, in einer halben Stunde rechne ich mit einem verdammt heftigen Gefecht. Also los jetzt!“

Die Neutra beschleunigte und verschwand in einem kleinen hellen Blitz. Jetzt war sie wieder auf der Spur und sie hatte eine reelle Chance rechtzeitig anzukommen. Die nächste halbe Stunde mit voller Beschleunigung würde zeigen, ob sie richtig lagen

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Gefangen

Minzi Hulowar erwachte durch einen Stich durch ihre Haut. Grelles Licht umfing sie und als sie die Augen aufschlug, versuchte sie sich schnellstens zu orientieren.

Sie hing in einem Rahmen, rücklings an Händen und Füßen gefesselt und straff angezogen. Ihre Gelenke schmerzten die mussten extrem hart gefesselt und straff angezogen sein. Minzi erkannte einige Bewegungen und endlich sah sie, wer sich da in ihr zu schaffen machte.

Eine Echse, die mehr einem Menschen als einem Parunier glich fauchte sie an. Gut zwei Meter groß und halb Mensch, halb Parunier.

„Still, beweg dich nicht Mensch!“ krächzte die Echse Minzi Hulowar an und da erkannte Minzi, dass ihr ein dünnes, durchsichtiges Rohr durch die Haut in die Brust gestoßen wurde. Ein kurzer Schmerz nur und durch das Rohr floss ihr Blut in eine Schlauchleitung, um in einem Gerät zu verschwinden. Aus dem Gerät drangen Geräusche, irgend etwas wurde da mit ihrem Blut gemacht.

„Was machst du mit mir, wo bin ich hier?“ Minzi Hulowar schaute die Echse mit ängstlichen Augen an.

„Du bist hier in der Humanoidenschlachtung. Ihr habt uns angegriffen, wir haben euch gefangen und nun werdet ihr euren Frevel bezahlen. Halt still, dann bist du in 10 Minuten ausgeblutet und hast es hinter dir. Wehrst du dich, dann stoppe ich die Blutabnahme und ich werde dich so versorgen, also halt still – Mensch!“

Das letzte Wort kam wie eine Beleidigung aus dem Maul der Echse. Menschen waren in ihren Augen nur Futter und keine gleichwertigen Wesen, das wurde Minzi Hulowar jetzt wieder klar.

Sie schaute sich um und einige aus ihrer Mannschaft hing auch in solchen Gestellen, die waren aber bereits ausgeblutet. Gerade zog man das Glasrohr aus ihrem Begleiter heraus und sein Blick wurde starr. Janos Geradient, ihr Begleiter und Partner hing jetzt blutleer neben ihr und das Gestell drehte sich weiter.

Ihr gegenüber hingen zwei Mädchen aus der Nahkampftruppe, Minzi Hulowar erkannte sie an den Tätowierungen an den Oberschenkeln und -armen. Bei den Mädchen standen zwei der Echsen und sie schnitten die Menschen auf, leerten sie und zerteilten sie dann in zwei Hälften, die in eine andere Laufrichtung transportiert wurden. Alles, was aus den Mädchen genommen wurde, lag in zwei großen Bottichen und verschwand hinter einer Klappe.

Schon drehte sich das Gestell weiter und Minzi Hulowar sah, dass sie die dritte Person war, die gleich geschlachtet würde. Erneut kam die Echse und drückte das Glasrohr in Minzi Hulowar zurecht. „Na hast du dich entschieden, willst du bluten oder nicht?“

„Nein, ich bin doch kein Karnickel ich will nicht bluten, lass mich runter du duuuuu …“

„Wie du willst.“ Damit zog der Schlachter das dünne Glasohr aus ihrem Brustkorb, stoppte die Blutung und hängte sie auf eine andere Transportlinie, sie würde nicht zu den beiden kommen, die dabei waren einen weiteren Menschen zu schlachten. Stattdessen schob der Schlachter sie in eine Ecke und arretierte sie dort. Anschließend wurde Minzi Hulowar waagerecht hingelegt und die Echse schaute sie sich an.

„So du Menschenfrau, zu dir komme ich gleich, jetzt will ich erst noch die Tagesration erfüllen. Damit ging die Echse zu Geradient, der in dem Gestell hing und schnitt ihn langsam von oben nach unten mit einem langen Messer auf. Minzi Hulowar sah das alles und sie wollte schreien, aber kein Schrei drang aus ihrer Kehle. Sie konnte leise reden aber nicht mehr rufen oder schreien. So sah sie mitan, wie ihr geliebter Partner langsam geschlachtet und zerteilt wurde …

**

Die Neutra drang in einem riesigen Raum voller Raumschrott, alter Schiffe und Wracks aus dem Subspace. Ihre Triebwerke verhinderten, dass sie mit einer uralten, ausgemusterten Raumstation zusammenstieß.

„Kommander, wir sind hier in einem Weltraumfriedhof oder einer Lagerstatt für Weltraumschrott gelandet. Kommandant, die Koordinaten stimmen. Die Sektora ist hier, ich kann die genaue Position noch nicht bestimmen, aber sie ist definitiv hier.“

„Alarmstufe Rot, alle Geschütze feuerbereit machen, Schutzschirme auf volle Ladung, Energiewandler ein, vollste Konzentration Leute. Wir sind hier um ein Piratenschiff dingfest zu machen. Die hatten eine gute halbe Stunde Zeit sich ein Versteck zu suchen und mit ihren Manövertriebwerken dorthin zu schleichen. Ich würde mich als Teil eines alten Schiffes Tarnen und versteckt halten, also Augen und Sensoren auf!“

Langsam flog die Neutra durch die Reihen der alten Schiffe. Hier lagen alte ausrangierte Schiffe, beschädigte und zerstörte mit riesigen Löchern in der Hülle. Reste von alten Docks und auch einige Kampfraumer und sogar ein altes Parunier Schlachtschiff. Das hatte deutlich bessere Zeiten erlebt und war von Einschlägen geradezu übersät. Aber die Größe dieses Schlachtschiffes machte es ideal, um sich an irgendwelchen Aufbauten als Teil des Raumschiffes auszugeben und sich so zu verstecken.

„Die Zeit läuft gegen uns. Wir haben noch maximal eine halbe Stunde, dann kann die Sektora wieder kämpfen oder fliehen, beeilt euch, wir …“

„Signal vorraus Kommandant, da ist sie, auf der linken Seite an dem alten Radarschiff, die haben ihr Schiff auf den Kopf gestellt und um 90 Grad gedreht, so fällt das Schiff echt nicht auf.“

„Geniale Lösung, Ziel auf die Triebwerke, keine Zielpeilung, wir wollen sie nicht erschrecken. Julia, jetzt sind Sie gefragt. Zerstören sie die Haupttriebwerke der Sektora und denken Sie an die Abwehr, die werden zurückschießen, wenn sie erkennen, dass die Triebwerke weg sind.“

**

Huni Halfli starrte auf die Bildschirme. Vor ihr kam ein Kampfraumer mit eingeschalteten Schutzschirmen auf sie zu. Offenbar hatten sie ihr Schiff noch nicht gefunden, denn kein Zielpeiler war aktiv.

„Waffen, Antrieb, wie weit sind wir?“

„Waffen bei 35%“ Kam es von ihrem neuen Waffenoffizier, nachdem Minzi Hulowar verloren war.

„Antrieb ist bei 68%, reicht aus um zu fliehen und um einen kleinen Sprung zu machen, aber für mehr noch nicht.“

„Hat das andere Schiff die Zielpeilung eingeschaltet?“

„Nein, die haben uns noch immer nicht gefunden, Huni!“

In diesem Moment schoss aus dem angreifenden Schiff eine Salve aus den Buggeschützen und traf die Antriebsektion der Sektora. Das Schiff erzitterte, als der Hauptantrieb ausfiel und plötzlich die Energie wegfiel.

„Notenergie einschalten, Notschwerkraft und alle Waffen, die wir noch haben ausrichten und abfeuern.“ Schrie Huni und ihre Stimme schien sich zu überschlagen.

„Verdammt nochmal, das ist diese verdammte Neutra, das ist Jack Rapiers Schiff. Nur die können über die Schiffsachse peilen und feuern. Was ist mit den Waffen, wann schießen wir endlich zurück?“

„Jetzt schießen wir …“ Aber da wurde die Sektora erneut getroffen und löste sich aus dem Versteck und trieb antrieblos langsam von der Radarschiff weg. Jetzt waren auch die Heckgeschütze zerstört und es brannte auf dem Schiff.

„Huni, was sollen wir tun, die Neutra steht achtern und wir haben keine Waffen mehr und keinen Antrieb.“

„Bereitmachen zum Entern, wenn die uns wollen, dann sollen sie nur kommen, im Nahkampf machen wir dreimal soviel wie die platt.“

Da knackte es im Funk und auf dem Bildschirm stand das Symbol der terranischen Federation, danach erschien das Gesicht von Jack Rapier.

„Hier spricht Jack Rapier von Terra. Wir haben euch. Wir haben den Auftrag euch gefangenzunehmen oder, und das gefällt mir besser, aus dem Verkehr zu ziehen. Ergebt euch oder sterbt.

Huni Halfli, das ist eure einzige und letzte Chance, also mach das richtige oder stirb!“

An Bord der Sektora war die Stimmung auf dem Nullpunkt. Alle sahen ihre Piratenanführerin an und erhofften ein klares Signal, egal ob Angriff oder Aufgabe, aber sie wollten ein klares Signal haben.

Hasso Kahl und Millbia Utz sahen sie an, ebenso die restlichen vom Maschinenkommando. Das Plünderkommando war ja an Bord des Sensorschiffes geblieben. Damit war die Mannschaft recht klein geworden.

„Manövertriebwerke, dreht unser Schiff, ich will sie frontal anschauen, ehe ich etwas entscheide.“

Langsam drehte sich die Sektora. Jetzt waren die Zielpeiler der Neutra auch auf ihnen und das war kein gutes Zeichen. Aus den beiden Schleusen der Neutra starteten die Jäger und schienen sich zu verstecken, jedenfalls waren sie nicht mehr zu sehen.

Langsam drehte sich die Sektora immer weiter auf die Neutra zu. Bald würde ihre Längsachse auf sie zeigen, das wusste auch Jack Rapier.

„Bewegung stoppen oder wir eröffnen das Feuer. Sofort die Düsen stoppen Huni, ich sage es nicht noch einmal!“

„Weiterdrehen!“ Fauchte Huni ihren Steuermann an und die Neutra kam langsam in Sicht.

„Fertigmachen zum finalen Fangschuß, die wollen nicht hören!“

Gerade, als die Sektora fast in Feuerlinie war und die Neutra ihren Fangschuß landen konnte, sprang ein Kampfkreuzer der Parunier zwischen die beiden Parteien.

„Hier spricht der Sandilor Obmann von Sektor 41. Feuer einstellen. Eine falsche Bewegung und ihr seid beide Sternenstaub.

„Sektora, ihr schaltet sofort alle Waffen ab und zwar JETZT!“

Aus der Bugkanone der Sektora löste sich ein einziger Schuss und traf den Kampfkreuzer der Parunier. Er zeigte so gut wie keine Wirkung.

Dafür schoss aus dem Kampfkreuzer ein Betäubungsstrahler und ab da war Stille an Bord der Sektora.

„Erdenschiff, wer seid ihr, gebt euch zu erkennen!“

„Hier spricht Jack Rapier an Bord der Neutra, ich grüße den Sandilor Obmann von Sektor 41. Lange nicht gesehen, Origammar, wie geht es ihren drei Frauen und den Kindern Munita, Mannitol und Miaurilie?“

„Jack Rapier?“ Eine kurze Pause trat ein, dann „Jack du altes Rießenroß, sei gegrüßt. An alle: Waffen sichern, das da ist einer der Federales, die das Piratenschiff fangen sollten und das auch getan haben.“

Der riesige Kampfraumer der Parunier senkte die Schutzschirme und die Waffen wurden deaktiviert. Auf der Neutra liefen die Waffen auch aus. Auf der Sektore herrschte noch Totenstille.

„Jack du alter Piratenjäger, wir erheben Anspruch auf das Schiff der Piraten und auf die Mannschaft. Wir würden dir aber den Kapitän überlassen, damit du auf eurem mickrigen Planeten etwas vorzuzeigen habt.“

„Das ist akzeptabel Origammar, schickt mir die Piratenbraut und wir fliegen zurück. Lang lebe die Parunische Ehrenwache und der große Mopp!“

„Wie ich sehe, hast du die alten Bräuche nicht vergessen. Abgemacht, wir schicken die Piratenfrau rüber zu euch und dann verschwindet aus unserem Raum und vor allem aus meinem Sektor oder ich lade euch zu einem saftigen Abendessen auf meiner Heimatwelt ein, als Hauptgericht!“

Damit lachte der Kommandant des Parunischen Kampfraumers so laut, dass es im Funk dröhnte.

Eine Stunde später hatte die Neutra eine Gefriereinheit mit Huni Halfi an Bord und drehte ab. Nach dem obligatorischen Verabschiedungszeremonie kehrten die ausgebooteten Jäger der Neutra alle wieder zurück und die Neutra beschleunigte um im Subspace zu verschwinden.

An Bord des Parunischen Schiffes wurden die Überlebenden gefangen genommen und in die Lager gebracht. Sie erhielten alle einen Befreiungskeil in ihr Genick geschlagen und waren ab diesem Zeitpunkt ihre Sorgen los. Irgendwann würden sie auf einem der Röstplaneten landen und dort als Futter der Verwertung zugeführt werden.

**

Minzi

Minzi Hulowar schrie, so laut sie nur konnte, aber aus ihrem Mund kam kein einziger Schrei hervor. Die Echse hatte sich, nachdem alle anderen Menschen geschlachtet und zerlegt waren, wieder ihr zugewandt.

„Ihr da, verlasst den Ort, das da gehört mir.“ Unterwürfig verbeugten sich die Schlachter vor der Echse, die Minzi Hulowar zu Beginn gesehen hatte. Jetzt waren alle aus dem Raum, alle, bis auf Minzi Hulowar und diese Schlachter Echse, die halb Mensch, halb Parunier war.

„Hör zu du unnützes Ding. Da du uns nicht als Futter dienen willst, sollst du als Brutstätte für die neue Brut herhalten. Wir haben vor Jahren erkannt, dass eine Mischung aus terannischen und parunischen Lebewesen überlebensfähig sind und sogar einige Vorteile mitbringen.

Diese Entwicklung werden wir vertiefen und erneuern. Du wirst jetzt geschwängert und die neue Brut austragen, bis dein Körper nicht mehr vermag. Dann taugst du aber immer noch als Futter für die Brut.“

Die Echse vergewisserte sich, dass Minzi starr auf dem Rücken lag und gut gepolster und gefesselt dalag, dann nahm die Echse ein gezacktes Messer und packte die linke Brust.

„Bei uns brauchst du so etwas unnützes nicht.“ Während die eine Kralle die Brust hochzog, schnitt die andere am Brustkorb die Brust ab und legte sie weg, das gleiche geschah mit ihrer zweiten Brust, auch diese wurde direkt am Brustbein abgeschnitten und fast herausgerissen. Zwei Kleisterflecken wurde ihr auf die Wunden gelegt, die schnell die Wunden verschlossen. Die unglaublichen Schmerzen aber blieben.

„Na dann wollen mir einmal.“ Damit legte die Echse ihre Bekleidung ab und stieg auf Minzi Hulowar. Sie schrie mit ihren entsetzt aufgerissenen Augen, als sie das Geschlechtsteil sah, das wie ein langer Arm mit einer Faust darauf aussah. Als die Echse damit in Minzi Hulowar eindrang und sie vergewaltigte, da begann ein neues Kapitel für Minzi.

In den nächsten Jahren würde sie permanent schwanger sein und alle drei Monate vier grünliche Eier aussondern, die in eigenen Brutkammern aufwuchsen. Dann, sobald Minzi „abgeerntet“ war, und keine Eier mehr zutage brachte, würde sie geschlachtet und als Trockenfutter für ihre eigene Brut verwertet.

Als Futter für ihre eigenen Nachkommen. Diese kleinen Wesen, hab Echse, halb Mensch würden sie genüsslich fressen und dabei wachsen …

Bei jedem Stoß der Echse in ihren Unterleib vergoß sie eine kleine Träne, bis auch das nicht mehr gelang. Es war ein Grauen, das sich da vor Minzi abspielte und sie war mittendrin.

Endlich, nach vielleicht einer Stunde ließ die Echse ab und kletterte von ihr. Irgendetwas tropfte noch aus der Echse, als sie den Bauch von Minzi streichelte. „Wachse meine herrliche Brut, wachse und gedeihe.“

Dann stapfte die Echse aus dem Raum und Minzi wurde mit warmem Wasser abgeduscht. Die nächsten drei Wochen würde das jeden Tag viermal wiederholt werden, dann wäre genug Sperma in Minzi dass es für das Austragen reichte.

Minzi schauderte. Sie fühlte sich beschmutzt und benutzt. Natürlich war es Einbildung, aber Minzi hatte das Gefühl, dass etwas schreckliches in ihre zu wachsen begann und sich bewegte …

**

Heimflug

An Bord der Neutra betrachtete Kommander Jack Rapier zusammen mit seiner Führungsmannschaft den gläsernen Sarg, indem die ehemalige Piratenanführerin der Sektora, Huni Halfli eingefroren dalag. Ihr Gesicht war schmerzverzerrt. Die Parunier waren dafür bekannt, bei Einfrierprozessen nicht gerade zimperlich zu sein. Aber Huni würde es zumindest überleben.

Zwei Monate später traf die Neutra endlich wieder in terannisches Gebiet ein und flog über die Hyperraumstraße zum Knotenpunkt 0.0.0 zur Erde.

„Willkommen Neutra, willkommen zurück, das Zentralgehirn begrüßt sie nach erfolgreicher Erledigung des Auftrages. Sie werden vom Leitstrahl erfasst und eingewiesen. Morgen früh um 09.00 Uhr Erdstandardzeit erstatten Sie uns Bericht.

Zentralgehirn,  Ende und aus . . . “

Jack Rapier und seine ganze Mannschaft war wieder erfolgreich zu hause angekommen.

Endlich daheim.

Ende dieser Geschichte

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